II. Heiliger Geist – Engel Geist – Gibrael

1 . Ruh al- Quddus, Heiliger Geist
Der Heilige Geist, Ruh al-Quddus; undifferenziert: ungeschaffen, der Geist Gottes.

2 . Der Engel Geist
Der geschaffene Geist eines jeden Dinges, das seine Form erschafft, wird der „Geist des Engels“ genannt. Der geschaffene Engel-Geist eines jeden Wesens erschafft seine Art zu sein in der Vollkommenheit des Heiligen Geistes, individualisiert in jedem Sinn oder Intellekt.

Gibrael (die Wurzel seines Namens ist Jabbar) ist die Personifikation des Ruh al-Quddus. Er ist der Archetyp der Menschheit und wird mit Offenbarung assoziiert. So hat er die erste Position unter den Engeln. Resonanz mit Gibrael wird durch das Erwachen der Ruh Latifa (in der rechten Brust) entwickelt.

Pir Zia

Die engelhaften Seelen, die in direktem Kontakt mit dem Geist Gottes sind und die keine Kenntnis der falschen Welt haben, die voller Illusionen ist, die leben und nicht den Tod kennen, deren Leben glücklich ist, deren Nahrung göttliches Licht ist, diese bilden um den göttlichen Geist Aura, die der höchste Himmel genannt wird.

HIK Vol. XI pt 3 Mystik . Aphorismen

In der Nacht der Kraft steigt der leuchtende Kern Malakuts herab. Es ist eine Nacht mit einem beispielhaften Frieden –das ist Frieden, bis zum Hereinbrechen der Morgen-dämmerung, der sich auf den Anbruch der Dämmerung bezieht so wie die physische Sonne die engelhafte Sonne umkreist.

Pir Zia

3 . Der individuelle Geist
Der Geist ist des Menschen eigenes Sein, sein wahres Wesen; der Geist ist die Fähigkeit zu wissen, seine Intelligenz. Die große Intelligenz, die alle Dinge unterscheidet ist des Menschen wahres Wesen.

XI.XIII.1

Fragt man, ob dieser Geist, der zum Menschen gehört, den man individuellen Geist nennen kann, ob der innerhalb oder außerhalb des Menschen zu finden ist: die Antwort ist, dass der Mensch selbst der individuelle Geist ist. Der Körper ist etwas, was der Geist für seinen Gebrauch gemacht hat. Deshalb, so wie der Mensch abhängig ist von seinem Werkzeug, das man Körper nennt, um das äußere Leben zu erleben, so ist er im gleichen Umfang oder sogar mehr, unabhängig vom äußeren Körper, um für immer zu existieren. XI.Pt1.XII.2

Sobald sich die Seele verwirklicht, indem sie unabhängig wird vom Körper, der sie umgibt, beginnt die Seele, in sich selbst das Wesen des Geistes zu sehen.

XI.Pt1. XIII.2

Der menschliche Körper ist ein materielles Werkzeug des Geistes, ein vollständiges Werkzeug, das all die verschiedenen Aspekte der Schöpfung erfährt … In Wirklichkeit reagiert jedes Objekt auf den Geist und auf die Arbeit des Geistes, der aktiv lebt in allen Aspekten, Namen und Formen des Universums.

Vol. II p85

4 . Weder der Körper noch der Geist kann Vollkommenheit ohne den anderen erreichen.
Der Dirigent eines Orchesters kann das ganze Orchester zur gleichen Zeit hören und doch kann er ein einzelnes Instrument heraushören, um zu hören, wie korrekt es spielt.
Es ist nicht genug für uns, zu sehen und zu hören, zu fühlen und zu berühren; all diese Erfahrungen geschehen gleichzeitig; wir möchten durch jeden einzelnen Sinn wahrnehmen, um eine bestimmte Erfahrung zu machen. Das ist die Natur des Geistes.

XI.Pt1.XII.2

Aber dieses göttliche Gesicht in jedem Ding ist unerlässlich für das Wesen des göttlichen Herrn, die ‚Form Gottes‘ gehört zu Gott wie eine Wirklichkeit seiner Selbst. Deshalb weisen die beiden Hadith darauf hin:

‚Adam wurde nach der Form des mitfühlenden Einen erschaffen’ und ‘Gott schuf Adam entsprechend seiner eigenen Form’.

Corbin Sufismus des Ibn A p244

Der Geist ist lebendig, der Geist ist das Leben selbst, es hängt nur von Materie ab, um Erfahrungen zu machen und nicht wegen seines Lebens, denn der Geist selbst ist das Leben.

XI.XII.2

Materie kann nicht ohne Geist existieren.

5. Wiedervereinigung des Engelhaften Geistes im Menschen mit dem Heiligen Geist
Rumi: Der Mensch muss über die Form hinausgehen und eintreten in den Sinn/die Bedeutung, um des Geistes wahre Natur zu begreifen.

Najmuddin Kobra: “Das Heilige (Geist) im Menschen ist ein himmlisches subtiles Organ. Wenn die geballte Kraft der geistigen Energie auf ihn einwirkt, wird er mit dem Himmel vereint und der Himmel wird mit ihm verschmelzen – oder besser gesagt: Himmel und Geist sind ein- und dieselbe Sache. Und dieser Geist wird nicht aufhören, über ihm zu schweben, sich auszudehnen und zu wachsen, bis er eine Vornehmheit erreicht hat, die größer ist als die Vornehmheit des Himmels.

ÜBUNG
Ya Ruh er-Ruh (O Geist des Geistes): eine Praxis der Chishtia-Sufis.
Die Beziehung zwischen dem Heiligen Geist und dem engelhaften Geist: wenn der engelhafte Geist den Heiligen Geist ruft, so steigt der Heilige Geist herab.
‘Ya Ruh': Der Kopf bewegt sich von der linken Schulter nach rechts; ‘er-Ruh': der Kopf bewegt sich von der rechten Schulter nach links.
Wenn der Kopf rechts oder links ist: Ausdehnung, Heiliger Geist.
Wenn Kopf sich zwischen rechts und links bewegt: Zusammenziehen, den Geist in der Mitte der Brust sammeln.

Man kann den Kopf vollständig verhüllen, um in der Dunkelheit zu sein.