Die heilende Kraft des Heiligen Geistes: Zitate

Hauptquellen:
Die Sufi-Botschaft von Hazrat Inayat Khan Vol. XI, Teil 1, Kapitel X bis XIII, Seiten 53-69 ebd. Bd. IV Teil 1 Abschnitt VII – VIII, S. 38-42
Pir Vilayat, Meditation, Einstimmung auf den Zustand des Heiligen Geistes

I. SONNE, STRAHLEN, LEBEN, LICHT ZEICHEN / QUALITÄTEN DES GEISTES GEIST UND MATERIE

Wenn wir Geist definieren, kann es nicht der Geist tun. Der Geist, der definiert werden kann, kann nicht Geist sein. Die beste Definition des Geistes ist: „Das, was nicht Materie ist“… Geist bedeutet etwas, das unsere Sinne nicht wahrnehmen können.

XI.Pt1 XI.1

1. Geist und Sonne: [Die vierte Bedeutung] Geist ist die Quelle und das Ziel aller Dinge, etwas, an das alle gebunden sind, zu dem alle zurückkehren werden. Es ist der Geist, der in der Religion Gott genannt wird. … Er ist wie die Sonne, das Zentrum allen Lebens, der göttliche Funke in uns… Dann, was ist die Sonne? Die Sonne ist alles: Der Teil der Sonne, den wir als die Sonne kennen, ist ihr Zentrum. Aber die Sonne ist in Wirklichkeit so groß wie ihre Strahlen reichen. Die wirkliche Sonne ist das Licht selbst.

Die Wellen sind eine Bewegung des Meeres, die Strahlen sind eine Erscheinung der Sonne, die Seelen sind ein Phänomen des Geistes. Sie sind und sie sind nicht. Sie sind, weil wir sie sehen, und sie sind nicht, weil es nur ein einziges Wesen ist.

XI.XVIII. 2

Der leuchtende Körper kann durch eine Analogie wahrgenommen werden: Wenn eine Person in ein helles Licht schaut und ihre Augen halb schließt, so dass sie durch ihre Wimpern in die Sonnenstrahlen sieht, erscheint das Licht strahlenförmig. Es scheint strahlend zurück auf die Quelle, wenn die Augenlider wieder geöffnet werden.

Ibn Arabi: Corbin p170-1

Ungeschaffen und erschaffen
Burkhardt: Ungeschaffene Essenz: undifferenzierte Licht; (Ruh al-Quddus, Heiliger Geist)
(Nur ‘Aql, alles durchdringende Intelligenz) Erschaffener Geist: definiert als Strahlen von Licht (Engel Geist Gabriel)

2. Geist: Auf seiner eigenen Ebene der Existenz bringt der Geist all die Attribute Gottes als ein einheitliches Ganzes zusammen. Dann werden die Attribute des Geistes differenziert und durch den Körper auf die sichtbare Welt projiziert. Weder Körper noch Geist können ihre Vollkommenheit ohne einander nicht erreichen. Daraus resultiert, dass der Körper letztlich die Offenbarung der unsichtbaren Qualitäten des Geistes innerhalb der sichtbaren ist.

Sachiko Murata, The Tao of Islam p38

3. Eigenschaften und Attribute des Geistes
Leben:

HIK: Alles, was lebt, ist Geist, alles, was stirbt, ist Materie. Der Geist ist lebendig, der Geist ist das Leben selbst. Er ist abhängig von Materie, um der Erfahrungen willen, nicht für sein Lebendig sein; denn der Geist selbst ist Leben.

XI.XII.2

Was wir Lebendigkeit nennen ist die Materie, die Geist aufgenommen hat, und das, was wir Leben nennen, ist das, was sich bewegt und wirkt durch das, was wir Geist nennen … das Leben verlässt die Materie und bleibt doch, das Leben kann nicht zerstört werden.

XI.Pt1.XII.

Pir Vilayat: ‘Erquicken’
Die inhärenten Qualitäten des Geistes schließen Glanz, Leben, Intelligenz, Sehnsucht, Macht und die übrigen göttlichen Attribute ein.

Murata Breath

Intelligenz: Die beste Definition des Geistes ist reine Intelligenz.

HIK

Licht: Geist ist ‘Licht in Verschmelzung‘; Körper ist ‘Licht verfestigt’

Ibn Arabi

Liebe: Die Liebe an sich ist ein innerstes Wesen, das innere Wesen; sie ist ein Zeichen des Geistes. Alles, was eine Person mit Liebe berührt, wird Licht und Leben gegeben. Mangel an Liebe bewirkt Tod und Verfall.

XI.Pt1.XI.

4. Geist und Materie: Leben
Der Körper ist nur die Sichtbarwerdung der unsichtbaren Qualitäten des Geistes innerhalb des Sichtbaren.

(Geist und Materie sind wie Wasser und Eis):

Materie ist ein vorübergehender Zustand des Geistes … In Wahrheit kommt die Materie vom Geist. Materie in ihrer wahren Natur ist Geist. Materie ist die Aktion des Geistes, der sich materialisiert hat und verständlich geworden ist durch unsere Sinneswahrnehmungen; und dadurch wurde er eine Wirklichkeit für unsere Sinne, der den Geist unter sich verbirgt.

XI.Pt1.XI.1

Geist und Materie sind nicht zwei Dinge, sie sind eins, von uns gesehen als zwei.

XI.Pt1.XIII.1

Das göttliche Wesen (Haqqi) ist in jeder Form der Geist (Ruh), welcher die Form bestimmt. Die kreative Natürlichkeit (Khalq) ist die Form, die vom Geist geprägt wird.

Corbin

Der Unterschied zwischen Geist und Materie besteht darin, dass, wenn sich die göttliche Intelligenz direkt ausgießt, ist sie Geist und wenn sie ausstrahlt durch ein dichtes Medium, ist sie Materie. Deshalb ist in beiden, in Geist und Materie göttliche Intelligenz.

Volume VIIIa_2_1

(Wasser und Eis; Geist und Materie)….Materie ist ein vorübergehender Zustand des Geistes… Materie kommt aus dem Geist; Materie in seiner wahren Natur ist Geist.

Materie kann ohne Geist nicht existieren. Geist ist seine Existenzgrundlage und Geist ist sein Leben.

XI.XIII.1

Durch Vibration, durch Bewegung verändert sich Geist in Materie.

Was wir lebendig nennen, ist die Materie, die den Geist aufgenommen hat. Das, was wir Leben nennen, ist das, was sich bewegt und handelt durch das, was wir Geist nennen.

Das Leben vergeht und trennt sich von der Materie und kehrt zurück; Leben kann nicht zerstört werden.

XI.Pt1.XII.2

5. Vakuum – Kapazität – Materie
Der Unterschied zwischen der Natur des Vakuums und der Natur der Substanz ist, dass das Vakuum Wissen ist. Deshalb haben die Propheten ihn den Allwissenden Gott genannt: nicht im Sinne einer Person, die etwas weiß, sondern als ganzheitliches Wesen, allwissendes Wesen. Der Mensch ist so begrenzt; Er ist begrenzt, weil sein Wissen begrenzt ist… Was einen Teil von Substanz wissend macht und einen anderen Teil ohne diese Fähigkeit/ Möglichkeit des Wissens, ist das Vakuum in einem Objekt und die Dichte/Schwere in einem anderen.

XI.XI p61

Wenn der Geist in einem Prozess einer Offenbarung sich bewegt, benötigt er Fähigkeiten (capacity). (wisse: andere moderne Worte für Fähigkeiten/capacity können „Instrument“ oder Vehikel“ sein).

Durch diese Fähigkeiten/Instrumente erfährt der Geist das Leben auf eine begrenzte Art, aber in seiner wahren Natur als selbstgenügend. Es bedarf keiner weiteren Erfahrung; es ist die Erfahrung selbst, das Wissen, das keine weiteren Bedürfnisse hat.

HIK XI Ch XI

Das, was zwischen dem Vakuum [dem Allwissenden Gott] und der Substanz steht, ist Fähigkeit/Möglichkeit/capacity. Wenn wir in den Himmel schauen, spüren wir, das ist ein Vakuum; es scheint Nichts zu sein, aber es ist in Wirklichkeit kein Nichts; es ist Fähigkeit/Möglichkeit. Vakuum ist das All- Wissen, aber es ist die Kapazität, die dem Vakuum Wissen verleiht. Und wie der Himmel eine Kapazität/Fähigkeit für das Vakuum vorhält, allwissend zu sein, so ist jedes Wesen und jedes Ding eine Kapazität/Fähigkeit, mehr oder weniger, die einen Körper durchströmt, um ihn mit purer Intelligenz zu versorgen.

Was aus der Atmosphäre aufgenommen wird, hat den Effekt, dass das, was aufgenommen wird, sich öffnen kann und ein Vakuum bilden kann.

XI. Pt1.XIII.1

Die Mystiker weiß, wie in der Vergangenheit allen Propheten, Heiligen und Weisen bekannt war, dass es Geist ist, der durch eine graduelle Handlung dichter geworden ist und sich materialisiert in das, was wir Materie oder Substanz nennen. Durch diese Substanz wird er sich graduell entfalten, weil er nicht in sich selbst ruhen kann. Er ist gefangen in seiner Dichte, um allmählich herauszuwachsen in einem Prozess, der Tausende von Jahren dauert, bis im Menschen er sich zu Intelligenz entwickelt.

Übungen
Ya Nur – Ya Quddus
(die Sonne ist die Quelle ist, das Licht der göttlichen Intelligenz – die Allerheiligste, die Reine, der Heilige Geist)