Entwicklung der Heilkraft
Konzentration / der Blick des Heilers

Wenn wir mystisch in die Gegenwart einer verwundeten oder kranken Person kommen, sollten wir denken, dass sie durch unsere blosse Gegenwart geheilt werde, viel eher als durch alle Medikamente, denn diese sind Drogen und wir sind die lebendige Seele, die höheren Wesen.
Für diese Heilkraft sind drei Dinge erforderlich:
Das erste ist ‚Vertrauen’. Wenn wir denken, „vielleicht bin ich eine Seele, vielleicht nicht; vielleicht habe ich einen heilenden Einfluss, vielleicht auch nicht“, dann haben wir kein Vertrauen. Dann haben wir keine Heilkraft.
Das nächste ist ‚ein reines Leben’. In jeder Hinsicht rein zu sein ist die grösste Kraft. Die Präsenz einer solchen Person hat eine grosse Einwirkung.
Die dritte Notwendigkeit ist ‚Konzentration’. Wenn wir zu einer kranken oder verletzten Person gehen, sollten all unsere Gedanken ständig bei ihr sein, auf Heilung bedacht.
Wenn solche Gedanken kommen wie: „Ich sollte zur Arbeit gehen für diese oder jene Arbeit, oder ich muss zu jenem Restaurant gehen für das Mittagessen“ oder „meine Tante sagte, sie würde mir einen Brief schreiben, was sie nicht gemacht hat“, dann haben wir keine Konzentration und werden den Kranken auch nicht heilen können.
Wir müssen den Willen durch Konzentration entwickeln.

HIK Heilung der Verwundeten

Harmonisiere den Geist und den Willen
Das Denken, das ständig ruhelos umherwandert, das nicht der Kontrolle des Willens unterliegt, das nicht sofort reagieren kann, das rastlos ist, dieses Denken sollte in Einklang gebracht werden; es kann zunächst mit dem Willen in Harmonie gebracht werden. Herrscht Harmonie zwischen Willen und Verstand, können Körper und Verstand, kontrolliert und im Einklang zu einem harmonischen, autosmatisch arbeitenden Mechanismus finden. Allein, indem man Körper und Verstand in Ordnung bringt, erlaubt man jeder seiner Fähigkeit, sich in seiner Fülle zu entfalten.

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Konzentration und Heilung
Die Kraft der Konzentration ist die erste Voraussetzung zur Entwicklung der Heilkraft. Der Heiler muss imstande sein, den Gedanken an Heilung seines Patienten konstant halten zu können, wenn er dessen bedarf. Konzentration ist äusserst schwierig doch wenn sie zur Verfügung steht gibt es nichts, was man damit nicht erreichen kann. Es ist müssig, den Patienten durch irgendwelche Prozesse heilen zu wollen, wie erfolgreich und gut sie auch sein mögen, wenn die Kraft der Konzentration fehlt. Die Arbeit, die dem Geist beim Heilen zufällt, ist bedeutender als alles andere, denn die Kraft des Geistes wird benutzt, um auf die Materie einzuwirken. Materie, die von jeher ein ungehorsamer Diener des Geistes gewesen ist, rebelliert stets gegen eine Kontrolle; das trifft zu für die Welt der Mineralien, der Pflanzen und sogar die der Tiere.

Die Konzentration des Heilers sollte so weit entwickelt sein, dass er nicht nur, wenn er mit geschlossenen Augen in Meditation sitzt, das gewünschte Objekt visualisieren kann, sondern er sollte selbst mit offenen Augen fähig sein, das sich einmal vorgestellte Bild in seinen Gedanken festzuhalten, trotz der Dinge, die sich gegenwärtig vor seinen Augen abspielen. Beim Heilen ist es notwendig zu wissen, auf welches Bild sich die Gedanken konzentrieren sollen. Wenn der Heiler das Bild einer Wunde festhält, unterstützt er die Fortdauer der Wunde, anstatt zu ihrer Heilung beizutragen; denkt er an den Schmerz, intensiviert und verlängert er möglicherweise den Schmerz. Er sollte den Gedanken in seinem Geist bewahren, er muss sich das Erwünschte vorstellen, nicht den derzeitigen Zustand.

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Heilung durch den Blick
Für einen Heiler gibt es daher kein besseres Mittel als die Augen um seine heilenden Gedanken zu übermitteln; und es gibt für den Patienten kein besseres Mittel als die Augen, um die Gedanken zu empfangen. Der Heiler kann die Heilkraft über seinen Blick auf den schmerzhaften Teil des Körpers richten, doch ist es besser, die Heilkraft direkt in die Augen des Patienten zu richten. Genauso wie es eine Verbindung zwischen dem Geist und den Augen des Heilers, der die Kraft sendet, gibt, so gibt es ebenfalls eine Verbindung zwischen den Augen und dem Geist des Patienten, der sie empfängt. Arzneimittel können den physischen Körper erreichen, doch heilende Gedanken können den Geist berühren, dort, wo oft jede Krankheit ihre Wurzeln hat; und die Suggestion eines kraftvollen Heilers erreicht des Patienten Herz und zerstört die Krankheitserreger.

Nicht jede Person ist fähig über die Augen zu heilen. Es ist der durchdringende Blick und die Stille der Augen, ebenso die Macht des Blickes und die Zielgerichtetheit, die wichtig sind. Diese Fähigkeiten werden durch bestimmte Übungen entwickelt, obwohl manche Augen eine natürliche Fähigkeit für dieses Ziel haben. Auch die Konzentrationsfähigkeit des Geistes, welche die nötige Kraft im Heilen verleiht ist nötig, denn die Kraft des Geistes, die durch die Augen gelenkt wird, bringt den Erfolg .

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‚Heile meine Seele durch die alles vermögende Kraft, die dem Blick Deines Messias entströmt.

Gayan 1345

Der Blick des Sehers ist durchdringend und unterscheidet sich dadurch vom Blick eines durchschnittlichen Menschen. Er hat 3 Qualitäten.
Die erste ist, dass sie den Körper, den Geist und die Seele durchdringt.
Die zweite ist, dass sie Dinge öffnet, entschlüsselt und enthüllt; sie beherrscht auch die Kraft des Suchens und Findens.
Die dritte charakteristische Qualität des Blicks des Sehers ist noch wunderbarer. Es ist das: so bald er auf einen Gegenstand fällt, bewirkt (formt, erfüllt) er den Gegenstand so wie er gemeint ist. Es ist nicht wirklich ihn erschaffen, aber er erweckt in ihm eine spezielle Qualität, welche vielleicht noch am Schlafen ist…..

Das erste Merkmal des Sehers Blicks, das Durchdringen (Eindringen), ist abhängig von der Klarheit der Vision. Das zweite Merkmal, die Enthüllung des Objekts, hängt ab von der Erleuchtung der Seele. Aber das dritte, das grösste kommt vom Vertrauen in das Selbst, genannt IMAN (Glaube).

Spiritual Dimensions of Psychology, SO Publications 1981, S. 177

Übungen

1. Wazaif :
Ya Hayy – Ya Alim (Der Ewig-Lebende, Der Lebendige – Der All-Wissende, das Göttliche Bewusstsein)
Ya Hayy – Ya Jalil (Der Ewig-Lebende, Der Lebendige – Die göttliche Kraft und Stärke)

2. Konzentration auf eine Flamme, dann einen Namen/Bild im Zentrum
Konzentriere Dich auf eine Flamme für 5 Minuten,
dann schliesse die Augen und visualisiere die Flamme für 5 Minuten,
dann bring den Namen oder das Bild von jemandem der um Heilung gefragt hat, ins Zentrum der Flamme und fahre 5 Minuten fort über diesen Namen/Bild, umgeben von der Flamme, zu konzentrieren.

3. Des Meister’s Blick, des Heiler’s Blick
Während des Einatmens denke NUR (das Licht der göttlichen Intelligenz) .
Halte den Atem und erlaube, bewusst in das göttliche Licht über dem Kronen-Chakra, resorbiert zu werden. Richte Deine geschlossenen Augen nach oben und rolle die Zunge nach oben, so dass die Unterseite der Zungenspitze den oberen Gaumen berührt, aber ohne Anspannung.
Atme aus und denke ALIM (der Strahl des göttlichen Bewusstseins), lenke den Blick über das Kronen-Chakra durch das Dritte Auge. Der Blick ist in die Unendlichkeit gerichtet. Die beiden physischen Augen agieren für den Blick des 3. Auges wie parallele Schienen, auf denen sich der Blick des Dritten Auges entlang bewegt.

Dann mache die ganze Übung mit geschlossenen Augen.

Wenn Du für das nächste Stadium bereit bist, öffne die Augen nur während des Ausatmens und halte den Blick auf die Unendlichkeit gerichtet. Schliesse sie jeweils wieder während des Einatmens und während des Atem Anhaltens.

Der Strahl des 3. Auges trägt die göttliche Programmierung, die Vision der göttlichen Ganzheit.

Des Heiler’s Blick
Die Übung ist des Meister’s Blick, aber in der Einstimmung auf Christus den Messias, das Herz der Welt, den Heiler der Welt.
Beim Einatmen denke SHAFI, Atem anhalten, beim Ausatmen denke KHAFI.
Umhülle, bade die Natur um Dich mit diesem Blick, dann die Tiere und die Menschen.

4. Nazare Inayat
Die Übermittlung der Gnade durch den Blick, v.a. durch Nazare Inayat, die Übermittlung von liebender Güte geschieht, wenn man seinen Blick der alleinigen Vision Gottes widmet. Der eigene Blick ist nicht mehr eine Ausdehnung des eigenen Ego’s, s tatt dessen sind wir verbunden mit der Ganzheit des Lebens.
Wir müssen unsere gewohnte Art des Sehens verlernen. (Pir Zia)

Wazaif kann man als Fikr verwenden: Ya Karim, oder Ya Rahim (göttliche Barmherzigkeit), oder Ya Wadud (die göttliche, liebende Güte)
Praktiziere das gewählte Wazifa. dann den Fikr des Wazifa’s, im Ausatem, strahle die Transmission der Grosszügigkeit und Güte durch die Augen aus in allen Situationen.

Ya Karim: Al-Karim ist voll manifestierte Grosszügigkeit, welche ausnahmslos alles erreicht. Sie kann in jedem einzelnen Ding und in allem zusammen gefunden werden. Al-Karim verleiht unendlich Geschenke in voller Ganzheit (Ehrlichkeit?).

Es ist eine unerschöpfliche, grosszügige Energie, welche dauernd gibt, wie ein fliessender Wasserstrom aus einer bodenlosen Quelle. Jene, welche al-Karim verkörpern sind grosszügig mit allem was sie haben, ob es nun die Menschen erreicht oder nicht, oder ob sie darauf reagieren oder nicht … (seine Wurzel) bedeutet bedingungsloses Geben aus einer inneren Absicht von Liebe.

Vom Buch ‚Physicians of the Heart’)